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Fram und die 80/20-Regel

Fridolin Stülpnagel, Pferd, Fram

Was eine freie Seele mir über Präsenz und Wirksamkeit beigebracht hat.


Fram steht am anderen Ende der Koppel. Seine Augen sind wachsam, sein Körper wie ein gespannter Bogen – jederzeit bereit, loszuspringen. Ein Kabardiner, geboren und aufgewachsen in der Freiheit, und er hat mit 6 Jahren erst die Menschen kennengelernt. Ich will ihn holen. Ohne Halfter und ohne Strick – nur mit mir selbst, er soll mir freiwillig folgen.

Ich weiß noch genau, wie es sich anfühlte, als ich vor 20 Jahren begann mit Pferden zu arbeiten: Ich wollte alles gut und richtig machen. Ich war zu 100 % bei dem Pferd – jede Bewegung, jedes Ohr, jede Reaktion wollte ich lesen und verstehen. Dadurch war ich für das Pferd unlesbar, unberechenbar, meine Motive und Bedürfnisse glichen dem eines Raubtiers. Ergebnis? Genau! Er rannte weg. Ohne Strick und Halfter gab es keinen Kontakt.

Heute sieht das anders aus. Mit Fram übe ich eine andere Haltung:

80 % Aufmerksamkeit bei mir: Ich spüre meinen Atem, meine Füße auf dem Boden, meine innere Klarheit, denn ich weiß, er wird mir freiwillig folgen. Ich habe dieses Bild genau vor mir.

20 % Aufmerksamkeit bei ihm: Ich sehe seine Ohren, nehme seine Körperspannung wahr, gehe in Kontakt mit meiner Erwartung ohne mich daran festzuhalten, ohne mich darin zu verlieren und an mir zu zweifeln.

Ergebnis? Fram hebt den Kopf, ein Ohr dreht sich zu mir, er atmet aus und kommt mit. Ganz von selbst.

Die unsichtbare Kraft dahinter?

In der Transaktionsanalyse heißen Zeichen von Anerkennung strokes. Früher brauchte ich sie von außen, denn wenn das Pferd kam, fühlte ich mich gut. Wenn nicht, dann zweifelte ich an mir.

Heute gebe ich mir selbst Strokes:„Ich bin ruhig. Ich bin klar. Ich bin da. Ich bin eine Autorität“ . Und genau das spürt Fram, und er kann sich entscheiden und sich freiwillig anschließen.

 

Was hat das mit unserem Coachingansatz zu tun?

Wir stellen die Hypothese auf: Menschen spüren dasselbe wie Pferde:

  • Wenn du nur draußen bist (also beim Gegenüber) bist du als Autorität nicht spürbar.

  • Wenn du nur drinnen bist (also nur bei dir), verlierst du die Verbindung.

  • Die Balance macht’s – 80 % innen, 20 % außen.

Genau das trainieren wir im Coaching mit Pferden:Du lernst dich in deinem Denken und Handeln wahrzunehmen, du spürst dich und kannst dich dadurch anders führen. Dein Gegenüber liest dich. Dadurch wirst du klarer im Kontakt mit dem anderen. Der andere darf sich für dich entscheiden. Das sind klare strokes.

Willst du dich erleben und FührungsKraft spüren? Dann komm zu einem Workshop oder Einzelcoaching – die Pferde zeigen dir, wie viel Kraft in dieser „einfachen“ 80/20-Regel steckt.

 




 
 
 

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